"Workshop Schokolade" am 15.06.2018 (Klasse 3b)  

 

 

1. Begrüßung und Kreppband mit Namen beschriften

    Banner „WeltfairÄnderer

    Wir sprachen über die Bedeutung von fair:
         
⇒ 
fair sein zu Menschen
          ⇒  fair sein zu Tieren
          ⇒ 
fair sein zu Pflanzen
            fair sein zur Umwelt

 
   
 

2. Woher kommt die Schokolade?

In der Mitte lag eine große Weltkarte. Nico wusste, dass Kakao in Brasilien geerntet wird. Deshalb durfte er Brasilien auf der Karte suchen und dort eine Pin-Nadel in die Karte stecken.
Wir suchten noch andere Länder: Ghana, Kamerun, Nigeria und Elfenbeinküste in Afrika; Brasilien und Ecuador in Südamerika; Malaysia zwischen Asien und Australien.

 
 

Dann überlegten wir mit Julie, womit man reisen muss, um nach Ecuador zu kommen: Auto - Flughafen - Flugzeug - Taxi - Bus - Kakaoplantage.
Wir verließen das Zelt und spielten auf der Wiese die Reise nach.

 
   

3. Juancito

Zurück im Zelt fanden wir David auf der Bank liegend vor. Er trug einen bunt gewebten Poncho und nannte sich jetzt Juancito. Folgendes erfuhren wir von ihm: Juancito ist 10 Jahre alt und arbeitet auf einer Kakaoplantage. Auch seine Eltern arbeiten dort. Sie schneiden mit einem großen Messer die Kakaopflanzen ab und dann muss er die Kakaosamen aus den Früchten holen.

 
 

Er verteilt solche Samen an uns alle und wir dürfen sie probieren. Für die meisten schmecken die Samen bitter. (Erst in der Fabrik kommt dazu dann noch viel Zucker, Milch und Fett)
Jeden Tag muss Juancito um 5 Uhr aufstehen und die großen Bohnen schlagen, dann muss er die Säcke zum Lastwagen tragen. Ein Sack wiegt dabei so viel wie zwei Kinder. Erst um 7 Uhr abends kann er nach Hause. Er wohnt in einem kleinen Haus und schläft mit seinem Bruder in einem Bett. Alle schlafen in einem Raum.
Juancito arbeitet schon seit drei Jahren mit seinen Eltern und seinen Geschwistern auf der Kakaoplantage. Er kann nicht in die Schule gehen, seine ganze Familie muss arbeiten gehen, damit sie leben können. Er kann deshalb nicht lesen und rechnen und hat auch keine Freunde.
Sein Papa ist 40 Jahre und hat schon einen kaputten Rücken, außerdem auch einen roten Hautausschlag von den Unkrautvernichtungsmitteln, mit denen die Pflanzen besprüht werden. Aber er kann nicht zum Arzt, es gibt keine Krankenversicherung. Wer nicht arbeiten kann, erhält auch kein Geld. Die Familie hat dann nur Mais zum Essen.

   
 

4. Weg der Schokolade

Nun zeigte uns Esther verschiedene Bilder und erklärte sie.

A  Plantagenbesitzer/Kakaobohnen: Sie werden auf der Kakaoplantage von den Arbeitern des Plantagenbesitzers geerntet, ausgekratzt und in Säcken zum Lastwagen getragen.
B  Transport/Zwischenhandel: Mit Lastwagen und Flugzeug kommen die Kakaosamen zu ...
C  Verarbeitenden Industrie, ... den Schokoladenfabriken, ...
D  Marke: ... die oft von einer bestimmten Marke betrieben werden.
E  Großhandel/Einzelhandel: Von der Fabrik wird die Schokolade in den Supermarkt gebracht.
F  Werbung: Die verschiedenen Firmen machen viel Werbung für ihre Schokolade, damit die Leute sie kaufen.

   
 

5. Wer verdient wie viel an der Schokolade?

Jetzt wurden wir in 6 Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe gehörte nun zu einem der Bereiche auf den Bildern. Wir überlegten, wie viel eine Tafel Schokolade ungefähr kostet und entschieden uns für einen Euro. Statt eines Euros bot uns nun Esther 20 rote Muggelsteine an.
Jede Gruppe sollte überlegen, wie viele von den Steinen sie gerne hätte.
Und so haben wir sie dann verteilt:
A  Plantagenbesitzer  4 Steine
B  Transport/Zwischenhandel  3 Steine
C  Verarbeitende Industrie  5 Steine
D  Marke  2 Steine
E  Großhandel/Einzelhandel  3 Steine
F  Werbung  3 Steine

Dann ging Esther herum und forderte oder gab den Gruppen die Menge an Steinen, die sie in Wirklichkeit bekommen.
A  Plantagenbesitzer  1 Stein
B  Transport/Zwischenhandel  1 Stein
C  Verarbeitende Industrie  2 Steine
D  Marke  7 Steine
E  Großhandel/Einzelhandel  8 Steine
F  Werbung  1 Stein

 
 

Natürlich könnt ihr euch denken, wer sich darüber lautstark beschwert hat. Die Gruppe des Plantagenbesitzers mit den vielen Arbeitern war kaum zu beruhigen.

 
   
 

6. Das Fair-Trade-Siegel

Wenn wir etwas mit dem Fair-Trade-Siegel kaufen, wissen wir nun,
à dass die Arbeiter einen Lohn erhalten, von dem sie auch leben können.
à dass die Plantagen, von denen die Produkte kommen, oft gemeinsam den Arbeitern gehören, die dort arbeiten.
à dass sie für ihre Ernte einen Mindestpreis erhalten. Jeder bekommt gleich viel.
Die Waren sind nicht immer viel teurer dadurch, aber man weiß, dass sie fair gehandelt  wurden. Das bedeutet, dass die Menschen, die die schwere Arbeit geleistet haben, dafür auch einen fairen Lohn erhalten.

 
   
 

7. Wir werden WeltfairÄnderer

Jeder bekam zuletzt eine Karte mit einem rosa und einem grünen Feld. Auf das rosa Feld schrieb jeder, wie er die Welt fair ändern will und kann. Da wir erst vor wenigen Wochen über Plastikmüll gesprochen haben, schrieben viele von uns noch einmal auf, was sie sich dazu vorgenommen hatten. Auf die Vorderseite kam der Name und die Klasse, die Schulanschrift wurde bereits aufgestempelt.
Die Karten wurden dann aufgerollt und sollten per Luftballonpost losgeschickt werden.

 
 

Wenn man so eine Karte findet, soll man in das grüne Feld auch schreiben, was man fairändern will und die Karte dann in den Briefkasten werfen. Vielleicht hat jemand von unserer Klasse Glück und erhält irgendwann einmal Post.
Wir steckten die Karten ans Ende der Luftballonschnur in eine Halterung und ließen die Ballons gemeinsam auf das Kommando "1 - 2 - 3 - werde - WeltfairÄnderer" steigen.

 

 

  Letzte Aktualisierung: 19.06.2018