Besuch von blinden Menschen (Klasse 3b)  

 

 

Am 14. März 2018 bekamen die beiden dritten Klassen Besuch von zwei blinden Menschen.
Die Klasse 3b konnte Frau Dr. Lorenz begrüßen. Alle Schüler schrieben ausführlich darüber, was sie erfahren haben. Hier sind die wesentlichen Informationen aus ihren Berichten:
Frau Dr. Lorenz hat uns am Mittwoch von 9.50 Uhr bis 11.20 Uhr in unserem Klassenzimmer besucht und geduldig unsere Fragen beantwortet. Sie erzählte uns von ihrem Leben. Früher, als Kind, konnte sie sehen wie wir alle auch. Durch eine Krankheit wurden ihre Augen immer schlechter. Schon viele Jahre ist sie nun blind, bis auf 1% auf einem Auge. Dadurch kann sie nur etwas hell und dunkel unterscheiden.

Sportarten und Hobbys:
Wenn sie einen Begleiter haben, können blinde Menschen Skilanglauf ausüben oder auch joggen. Sogar Biathlon können sie machen. In den Zielscheiben sind Sensoren, die unterschiedliche Töne erzeugen. Ein heller Ton zeigt an, dass man auf die Mitte zielt, ein dunkler Ton ertönt, wenn die Stellen weiter weg von der Mitte sind. So kann der Blinde hören, wann er schießen kann, um möglichst gut zu treffen. Tischtennis und Torball werden von Blinden gespielt. Dazu benützen sie einen Klingelball und können so den Weg von Bällen verfolgen. Frau Lorenz schwimmt gerne. Um gerade zu schwimmen, orientiert sie sich am Beckenrand. Auch Tandem fahren ist ihr Hobby. Auf einem Tandem sitzen zwei Leute hintereinander. Vorne fährt ein Begleiter, der sehen kann und lenkt, der blinde Mensch sitzt hinten und tritt in seine eigenen Pedale. Frau Lorenz spielt auch gerne Schach. Dabei sind schwarze Felder höher als die weißen Felder und jede Figur ist anders. Auch unterscheiden sich die schwarzen von den weißen Figuren, so kann man sie gut ertasten. Sie zeigte uns auch ein Kartenspiel. Die Karten haben oben Zeichen eingestanzt. Damit kann man die Farben und die Art der Karte feststellen.

Kochen - Einkaufen - Bezahlen:
Frau Lorenz hat uns erklärt, was sie selbst kochen kann und wie sie das macht. Zum Einkaufen geht sie immer zum gleichen Bäcker, Metzger und Supermarkt. Im Supermarkt hat sie sich gemerkt, wo sie die Dinge, die sie immer wieder braucht, findet. Wenn sie bezahlt, erkennt sie die Münzen an den unterschiedlichen Rändern. Für die Scheine gibt es einen Behälter. Wenn sie den Schein knickt und in den Behälter steckt, kann sie am Rand Zeichen ertasten und weiß dann durch die Größe des Scheins, um welchen Schein es sich handelt.

Anziehen:
Sie kann sich auch blind alleine anziehen. Dabei fühlt sie z.B., wo sich die Naht befindet. Um zu merken, welche Farbe ihre Kleidung hat, benützt sie ein Gerät, das sie an die Kleidung hält und das ihr dann sagt, um welche Farbe es sich handelt. Als sie uns das vormachte, war die Farbe aber nicht immer richtig. Socken steckt sie nach dem Ausziehen paarweise in einen Halter. So sind die passenden Socken auch nach dem Waschen noch zusammen.

Unterwegs:
Wenn Frau Lorenz ihre Wohnung verlässt, braucht sie den Blindenstock. Diesen führt sie immer vor sich her und pendelt damit von links nach rechts. Dadurch merkt sie, wo Hindernisse im Weg stehen.
Wenn blinde Menschen über die Fahrbahn wollen, hören sie genau, ob ein Auto kommt. Manchmal bekommen sie auch Hilfe von aufmerksamen Menschen.
Einige Blinde haben auch einen Blindenhund, der mehr als zwei Jahre lernt, was er beachten muss. Weil die Ausbildung so lange dauert, kostet so ein Hund so viel wie ein kleines Auto.

Helfen:
Wenn du helfen willst, solltest du erst fragen: „Kann ich Ihnen helfen?“ Dann wird der Blinde antworten: „Ja. Darf ich Sie anfassen?“ Nun hält sich der blinde Mensch am Ellbogen fest oder an der Schulter und geht leicht hinter dir. So fühlt er sich sicher. Einige von uns durften das richtige Ansprechen und Helfen dann mit Frau Lorenz ausprobieren. Das ist gar nicht so einfach in einem Klassenzimmer mit den vielen Tischen und Büchertaschen.

Ordnung:
Sie muss immer wieder alles zurück auf seinen Platz legen, weil sie es dann gut wiederfindet. So konnte sie uns noch mehrere Hilfsmittel zeigen und wir durften sie alle befühlen.

Blindenschrift:
Zum Schluss setzte sich Frau Lorenz an die Schreibmaschine und spannte einen schmalen Papierstreifen ein. Jeder von uns erhielt nun ein Streifenstück, auf dem sein Name in Blindenschrift geschrieben steht.

Dass es den Schülern gefallen hat, merkt man daran, wie viel sie aufgeschrieben haben und wie viel sie sich von dem Besuch gemerkt haben.
Wir bedanken uns nochmals ganz herzlich bei unseren beiden Gästen Herrn Sand und Frau Lorenz, sowie ihrer Begleitung für ihren Besuch und die vielen Informationen, die sie uns gegeben haben.

   
 

  Letzte Aktualisierung: 23.03.2018